Geschäftsbericht 2025

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Produkt­entwicklung und ‑innovation

Kundenorientiertes Produktdesign mit klarem Fokus auf 24/7-Lifestyle

Umfassenderer Einsatz digitaler Tools zur Verbesserung der Produktentwicklung

Kapselkollektionen und Kooperationen zur Steigerung der Begehrlichkeit von BOSS und HUGO

Bei HUGO BOSS legen wir großen Wert auf die Entwicklung von Kollektionen und Produkten, die den höchsten Kundenansprüchen an Design, Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit gerecht werden. Mit unserem 24/7-Lifestyle-Ansatz stellen wir die Konsumenten in den Mittelpunkt unseres Handelns und bieten ihnen eine umfassende Produktauswahl für verschiedenste Trageanlässe. Gleichzeitig sind wir fest entschlossen, das Preis-Leistungs-Verhältnis kontinuierlich zu optimieren, um höchste Qualität, ein hohes Maß an Innovation und Nachhaltigkeit sowie klare Unterscheidungsmerkmale zum Wettbewerb sicherzustellen. Um weitere Verbesserungen hinsichtlich Geschwindigkeit, Präzision und Nachhaltigkeit zu erzielen, soll das Potenzial der Digitalisierung dabei entlang des gesamten Produkt­entwicklungs­prozesses voll ausgeschöpft werden. Zudem tragen inspirierende Kapselkollektionen und eindrucksvolle Kooperationen mit bekannten Marken und Persönlichkeiten dazu bei, die Relevanz und den Markenwert von BOSS und HUGO zu stärken. Konzernstrategie, Brand Excellence

Der Design- und Produktentwicklungsprozess bei HUGO BOSS beinhaltet die Umsetzung einer kreativen Idee hin zu einem kommerziellen Produkt. Die Arbeit erfolgt dabei in unseren drei Entwicklungszentren in Metzingen (Deutschland), Coldrerio (Schweiz) und Morrovalle (Italien). In der Konzernzentrale in Metzingen entwickelt HUGO BOSS den Großteil seiner Kollektionen. Am Standort Coldrerio werden vor allem Hemden, Strickware, Schuhe und Accessoires sowie Bodywear und Hosiery, in Morrovalle hochwertige Schuhe und Lederaccessoires entwickelt.

Produktent­wicklungs­prozess

In den vergangenen Jahren haben wir die Digitalisierung unseres Produktentwicklungs­prozesses deutlich ausgebaut und damit den konventionellen Prozess weitgehend abgelöst. Dies ermöglicht es uns, über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg flexibler zu agieren und damit besser und schneller auf sich ändernde Verbrauchertrends und Kunden­wünsche einzugehen. Gleichzeitig sind wir davon überzeugt, dass die fortschreitende Digitalisierung der Produktentwicklung auch einen positiven Beitrag zu unseren Nachhaltigkeitsambitionen leistet, da sie eine weitere Reduzierung des Bedarfs an physischen Mustern, eine genauere Vorhersage von Trends und eine bessere Antizipation von Kundenpräferenzen ermöglicht, was Abfallmengen minimiert. Im Geschäftsjahr 2025 betrug der Anteil der digital entwickelten Produkte rund 75 % (2024: rund 65 %), wobei für die kommenden Jahre ein weiterer Anstieg erwartet wird.

Der Produktentwicklungsprozess beginnt mit der kreativen Idee, die in konkrete Designs und Kollektionen umgesetzt wird. In diesem Zusammenhang berücksichtigen wir die Abverkaufsraten früherer Kollektionen, das Feedback von Großhandelspartnern, Kundinnen und Kunden sowie KI-gestützte Erkenntnisse, die aus digitalen Nachfrage­prognosen und Trendanalysen gewonnen werden. Mit dem Ziel, die Komplexität der Kollektionen bis 2028 markenübergreifend um rund 20 % zu reduzieren, legen wir großen Wert auf ein fokussierteres Produktsortiment. Im konventionellen Entwicklungsprozess werden die kreativen Ideen unserer Designteams in der Modellentwicklung schnitttechnisch umgesetzt. Anschließend verarbeitet die technische Produktentwicklung die Modelle zu Prototypen weiter und testet ihre Eignung im industriellen Produktionsprozess. Diesem Schritt folgt die Anfertigung von Musterkollektionen. Der digitale Produktentwicklungsprozess hingegen ermöglicht es, all diese Schritte virtuell zu realisieren. In diesem Zusammenhang ermöglichen uns selbst entwickelte Bildgeneratoren, virtuelle Anproben mit Avataren sowie immersive 3D-Simulationen mittels innovativer Softwarelösungen, die Entwicklungsprozesse zu vereinfachen, ohne dabei Kompromisse bei der Performance und Passform einzugehen. Auch beim Verkauf unserer Kollektionen sind die digital entwickelten Styles von großer Bedeutung – zum Beispiel an Großhandelspartner über digitale Showrooms oder aber beim „Virtual Try-On" auf hugoboss.com.

Schwerpunkte der Produktinnovation

Wir wollen das Potenzial von BOSS und HUGO voll ausschöpfen, indem wir unsere Kundinnen und Kunden 24/7 und für alle Trageanlässe perfekt ausstatten. Von besonderer Bedeutung und folglich ein Schwerpunkt im Bereich Produktinnovation sind das Vorantreiben der Casualisierung entlang unserer Kollektionen und die weitere Optimierung des Tragekomforts durch den Einsatz innovativer Materialien. Bei BOSS treiben wir die Innovation insbesondere mit unserem Athleisurewear-Angebot im Rahmen von BOSS Green weiter voran, unter anderem durch die Einführung funktionaler Kapselkollektionen wie etwa unserer eigens entwickelten BOSS Ski-Kollektion. Gleichzeitig erweitert unser BOSS-Performance-Angebot, das rund ein Drittel des Formalwear-Angebots der Marke ausmacht, das Angebot von BOSS Black. Es kombiniert klassische Formalwear-Outfits mit innovativen Sportswear-Elementen und ist damit perfekt auf die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden abgestimmt. Bei HUGO wird das Unternehmen ein einheitlicheres und besser abgestimmtes Produktangebot vorantreiben. Ein klarer Fokus auf Contemporary Tailoring und Streetwear zielt darauf ab, die Markenidentität zu schärfen und die Begeisterung für die Marke zu steigern. Konzernstrategie, Brand Excellence

Wir sind ebenso bestrebt, die Kundenerwartungen in Bezug auf Nachhaltigkeit zu erfüllen. Daher beschäftigen wir uns auch weiterhin mit der Entwicklung innovativer Materialien und Fertigungstechniken, mit dem Ziel, Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren. Im Rahmen einer langfristigen strategischen Partnerschaft mit dem Textil- und Materialinnovationsunternehmen HeiQ setzen wir auf das Potenzial von AeoniQ, einem kreislauffähigen und recycelbaren Cellulosegarn, mit dem Ziel, Polyester und Polyamid mit hohen Umweltwirkungen zu ersetzen. Darüber hinaus haben wir 2025 NovaPoly eingeführt, ein recyceltes Polyestergarn, das aus Textilabfällen hergestellt wird, die während der Produktion sowie in der Post-Consumer-Phase anfallen. Initiativen wie diese sollen uns in Zukunft auch dabei helfen, unser Ziel zu erreichen, bis 2030 80 % unserer Bekleidungsprodukte kreislauffähig zu machen, wobei 2025 bereits 41 % der Produkte als kreislauffähig eingestuft wurden (2024: 33 %). Konzernstrategie, Nachhaltigkeitsstrategie

Die vier Hauptkollektionen von BOSS und HUGO sind so gestaltet, dass sie den Kundinnen und Kunden sowohl ein breites Sortiment an Kernprodukten als auch eine Vielzahl saisonaler und besonders modebewusster Styles bieten. Neben diesen Hauptkollektionen arbeiten wir mit anderen bekannten Marken und Persönlichkeiten zusammen, um inspirierende Kapselkollektionen und eindrucksvolle Kooperationen zu schaffen. Damit wollen wir die Relevanz von BOSS und HUGO weiter steigern und Konsumenten auf der ganzen Welt begeistern. Im Jahr 2025 haben wir unsere Partnerschaft mit David Beckham weiter vorangetrieben, insbesondere durch den Launch zweier exklusiver Beckham x BOSS-Kollektionen. Zudem kooperierte BOSS mit starken Partnern wie Aston Martin und Steiff, während HUGO auch 2025 mit dem Formel-1-Team Racing Bulls zusammenarbeitete. Außergewöhnliche Kooperationen wie diese werden auch in Zukunft eine Schlüsselrolle bei der Steigerung des Markenwerts und der Kundenbindung spielen. Basis- und Kernprodukte, wie zum Beispiel Never-out-of-Stock-Artikel, sind so konzipiert, dass sie über mehrere Saisons hinweg Teil der Kollektion bleiben, da sie unabhängig von saisonalen oder modischen Trends sind. Konzernstrategie, Brand Excellence

F&E-Kennzahlen

In den Kreativ- und Entwicklungsabteilungen von HUGO BOSS sind vor allem Mode- und 3D-Designer, Schneider, Schuh- und Bekleidungstechniker sowie Ingenieure tätig. Zum 31. Dezember 2025 betrug die Anzahl der Mitarbeitenden in diesem Bereich 696 (2024: 731).

AUSGABEN FÜR FORSCHUNG UND PRODUKTENTWICKLUNG

202520242023202220218981579087in Mio. EURin % vom Umsatz2,12,22,12,12,0

Unsere Aufwendungen im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) lagen 2025 mit 87 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahr (2024: 90 Mio. EUR). Mit 77 % machten die Personalkosten den Großteil der F&E-Aufwendungen aus (2024: 75 %), während der verbleibende Anteil im Wesentlichen auf sonstige Abteilungsaufwendungen entfiel. Auch 2025 wurde der Großteil der F&E-Kosten zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst. Die produktionsbezogenen Entwicklungsaufwendungen sind darüber hinaus in den Herstellungskosten der Vorräte enthalten. Aufgrund der überwiegend kurzen Produktlebenszyklen wurden keine Entwicklungskosten als selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte aktiviert.