Geschäftsbericht 2025

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Gesamtwirt­schaftliche Lage und Branchen­entwicklung

2025 geprägt von erhöhter makroökonomischer und geopolitischer Volatilität

Gedämpfte Verbraucher­stimmung belastet globale Bekleidungsindustrie in 2025

Verhaltenes Branchen­wachstum zeigt sich insbesondere in Europa und den USA

Gesamtwirtschaft­liche Lage

Das Geschäftsjahr 2025 war von herausfordernden weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt, die sich durch erhöhte Unsicherheit und Volatilität auszeichneten. Obwohl die Inflation in den meisten Regionen nachließ, unterstützt durch geldpolitische Entscheidungen der US-Notenbank (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB), blieb der Welthandel weiterhin beeinträchtigt. Die wirtschaftliche Dynamik fiel im Jahresverlauf uneinheitlich aus: Während das Wachstum in der ersten Jahreshälfte vergleichsweise robust ausfiel, teilweise unterstützt durch vorgezogene Konsumausgaben von Unternehmen und Verbrauchern in Erwartung höherer Zölle, kam es in der zweiten Jahreshälfte zu einer spürbaren Abschwächung. Die Investitionstätigkeit blieb trotz einer expansiveren Fiskalpolitik in mehreren großen Volkswirtschaften verhalten und belastete das Wirtschaftswachstum. Geopolitische Spannungen, darunter die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten, sowie höhere Zölle verstärkten die Volatilität zusätzlich und wirkten sich auch auf die Finanzmärkte aus. Auch wenn entsprechende Vereinbarungen und politische Anpassungen einige Extreme abmilderten, mussten sich Volkswirtschaften und Märkte an ein stärker protektionistisches und zunehmend fragmentiertes Umfeld anpassen. In seiner jüngsten Prognose, veröffentlicht im Januar 2026, schätzt der Internationale Währungsfonds (IWF) das globale Wirtschaftswachstum für 2025 auf 3,3 % und damit auf dem Niveau des Vorjahres (2024: 3,3 %).

WACHSTUM DER WELTWIRTSCHAFT1

(IN %)

2025 (2024)EurozoneVereinigtesKönigreichUSALatein-amerikaAsien²ChinaWeltJapan1,4 (0,9)1,4 (1,1)2,1 (2,8)2,4 (2,4)5,4 (5,3)5,0 (5,0)1,1 (0,2)3,3 (3,3)

Schätzung IWF.

Ohne Japan.

Nach Schätzungen des IWF setzte sich die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone fort, wobei das Wachstum 2025 auf 1,4 % anzog (2024: 0,9 %). Während die meisten großen europäischen Volkswirtschaften im Vergleich zu 2024 ein schwächeres Wachstum verzeichneten, darunter Frankreich mit 0,8 % (2024: 1,1 %), gelang es Deutschland, den negativen Trend umzukehren und mit einem moderaten Wachstum von 0,2 % in den positiven Bereich zurückzukehren (2024: −0,5 %). Obwohl die restriktive Geldpolitik der EZB dazu beitrug, den Inflationsdruck zu mindern, hielten Unsicherheit und Volatilität an. Im Vereinigten Königreich stieg das Wirtschaftswachstum 2025 leicht auf 1,4 % (2024: 1,1 %), während die Inflation vor dem Hintergrund anhaltender Unsicherheit weiterhin erhöht blieb.

Die US-Wirtschaft war im Laufe des Jahres von mehreren Entwicklungen geprägt, darunter der Regierungswechsel, die Einführung neuer politischer Maßnahmen sowie die neu verhängten Handelszölle. Trotz eines herausfordernden Umfelds mit hoher Inflation und verhaltener Konsumnachfrage schnitten die USA im Vergleich zu anderen großen Volkswirtschaften erneut besser ab. Dazu trugen mehrere Zinssenkungen der Fed sowie eine robuste Entwicklung der Aktienmärkte bei. Dennoch verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum 2025 auf 2,1 % (2024: 2,8 %). Trotz globaler Unsicherheiten und höherer Handelsbarrieren zeigte Lateinamerika eine gewisse Widerstandsfähigkeit und erzielte wie schon im Vorjahr ein Wachstum von 2,4 % (2024: 2,4 %).

China verzeichnete 2025 ein stabiles Wirtschaftswachstum von 5,0 % (2024: 5,0 %), das unter anderem durch einen vorgezogenen Anstieg der Exporte gestützt wurde. Gleichzeitig belasteten mehrere Faktoren die wirtschaftliche Entwicklung, darunter anhaltende Herausforderungen im Immobiliensektor und eine gedämpfte Konsumentennachfrage, während staatliche Konjunkturmaßnahmen nur begrenzte Unterstützung boten. Handelsspannungen, einschließlich Zollmaßnahmen, beeinflussten die Handelsströme, während das Wachstum insgesamt jedoch widerstandsfähig blieb. Die Region Asien (ohne Japan) wuchs 2025 um 5,4 % (2024: 5,3 %), angetrieben von einer stärkeren Wirtschaftsleistung Indiens. In Japan erholte sich die Wirtschaft deutlich und verzeichnete 2025 ein Wachstum von 1,1 % (2024: −0,2 %), hauptsächlich gestützt durch robuste Exporte.

Branchen­entwicklung

Für die globale Bekleidungsindustrie war das Geschäftsjahr 2025 von anhaltender makroökonomischer und geopolitischer Unsicherheit, erhöhter Inflation sowie der Beeinträchtigung globaler Lieferketten durch die gestiegenen Zöllen geprägt. Diese Faktoren veränderten die weltweiten Handelsströme und zwangen Marken und Zulieferer, sich über Preisanpassungen, Veränderungen in der Beschaffung und Effizienzsteigerungen anzupassen, während gleichzeitig die Verbraucherstimmung verhalten blieb und die Nachfrage nach Konsumgütern insgesamt gedämpft war. Laut einer gemeinsamen Studie von The Business of Fashion und McKinsey & Company, veröffentlicht im November 2025, wird das Wachstum der globalen Bekleidungsindustrie (ohne Berücksichtigung des Luxussegments) für das Geschäftsjahr 2025 voraussichtlich auf 1,5 % bis 2,5 % und damit leicht unter dem Vorjahresniveau (2024: 2 % bis 3 %).

In Europa sah sich die Bekleidungsindustrie (ohne Berücksichtigung des Luxussegments) im Jahr 2025 weiterhin einer schwachen Konsumentennachfrage konfrontiert, was zu einer weiteren Verlangsamung des Umsatzwachstums auf eine Spanne von 1 % bis 2 % führte (2024: 2 %). Obwohl der Inflationsdruck leicht nachließ, hielten anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit und geopolitische Spannungen die Sparquoten der privaten Haushalte auf einem erhöhten Niveau und begrenzten damit die Einzelhandelsausgaben. In den USA war die Verbraucherstimmung 2025 besonders herausfordernd. Der Index für das Verbrauchervertrauen (Consumer Confidence Index, CCI) fiel nach der Ankündigung neuer Zölle auf seinen niedrigsten Stand seit 2020. Geldpolitische Entscheidungen, kombiniert mit erhöhter geopolitischer Unsicherheit, sorgten für zusätzliche Volatilität, während eine robuste Aktienmarktentwicklung, beflügelt durch Künstliche Intelligenz, für etwas Stabilität sorgte. Vor diesem Hintergrund verzeichnete die Bekleidungsindustrie (ohne Berücksichtigung des Luxussegments) ein Umsatzwachstum von 2 % bis 3 % und lag damit leicht unter dem Vorjahresniveau (2024: 3 %), während der US-Luxusgütermarkt unter besonders großem Druck stand. Auch China sah sich 2025 mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert, bedingt durch die anhaltende Schwäche am Immobilienmarkt und eine hohe Jugendarbeitslosigkeit. Dies führte zu höheren Sparquoten der Haushalte und einer gedämpften Konsumnachfrage. Die Rahmenbedingungen verbesserten sich nur schrittweise, während gezielte staatliche Konjunkturimpulse die Verbraucherstimmung lediglich begrenzt stützen konnten. Folglich stieg das Branchenwachstum (ohne Berücksichtigung des Luxussegments) nur leicht auf 2 % bis 3 % (2024: 2 %) und blieb damit im Vergleich zu historischen Niveaus insgesamt verhalten.