Eine verantwortungsvolle und transparente Unternehmensführung ist ein integraler Bestandteil von HUGO BOSS und ein Leitprinzip, das sämtliche Unternehmensbereiche umfasst. Sie ist ein wesentlicher Faktor für langfristigen Unternehmenserfolg und nachhaltige Wertschöpfung. Vorstand und Aufsichtsrat bekennen sich dazu, den Fortbestand des Unternehmens zu sichern und eine verantwortungsvolle, transparente und vorausschauende Unternehmensführung zu fördern. Auf diese Weise will HUGO BOSS das Vertrauen, das Mitarbeitende, Aktionäre, Geschäftspartner und die Öffentlichkeit in das Unternehmen setzen, weiter stärken. Der folgende Abschnitt enthält Informationen, die unter teilweiser Anwendung der Offenlegungsanforderungen des ESRS G1 erstellt wurden, und behandelt die im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse als wesentlich identifizierten Themen im Bereich Unternehmensführung. Weitere Informationen zu Corporate Governance finden sich zudem im Kapitel „Corporate Governance und Erklärung zur Unternehmensführung“ dieses Geschäftsberichts. Corporate Governance und Erklärung zur Unternehmensführung
Unternehmensführung
Eine klar definierte Unternehmenskultur bildet bei HUGO BOSS die Grundlage für verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln. Indem wir eindeutige Werte und Erwartungen in unseren Geschäftsprozessen verankern, fördern wir die Einhaltung von Vorschriften, unterstützen ethisches Verhalten und schaffen ein kooperatives Arbeitsumfeld, das durch umfassende Richtlinien und gezielte Schulungen gestärkt wird. Dieser proaktive Ansatz zielt darauf ab, die Einhaltung von Gesetzen und ethischen Standards sicherzustellen und gleichzeitig Konflikte am Arbeitsplatz zu minimieren. Ein effektives Hinweisgebersystem stärkt die Governance-Struktur zusätzlich, indem es Mitarbeitenden und anderen Stakeholdern sichere Kanäle zur Meldung möglicher Verstöße bietet. Diese Mechanismen zielen darauf ab, potenzielles Fehlverhalten frühzeitig zu erkennen und zu korrigieren, Transparenz zu fördern, das Vertrauen der Stakeholder zu schützen und die Einhaltung von Gesetzen und ethischen Normen zu stärken. HUGO BOSS verpflichtet sich zudem zu verantwortungsvollen Geschäftspraktiken im Bereich Tierschutz. Auch wenn wir in unseren Kollektionen nur einen geringen Anteil tierischer Materialien wie Leder, Wolle und Daunen verwenden, setzen wir uns für Transparenz und die Umsetzung robuster Kontrollmechanismen ein, um hohe Tierschutzstandards in unserer Lieferkette sicherzustellen. Darüber hinaus misst HUGO BOSS der Prävention und Aufdeckung von Korruption und Bestechung hohe Priorität bei und verankert hierzu spezifische Richtlinien sowie Überwachungs- und Kontrollsysteme, um die Integrität in allen Geschäftsbeziehungen zu gewährleisten. Regelmäßige Schulungen der Mitarbeitenden unterstreichen unseren Null-Toleranz-Ansatz gegenüber unethischen Geschäftspraktiken. Unzureichendes Management von Lieferantenbeziehungen und unverantwortliche Zahlungspraktiken können finanziellen und operativen Druck auf Lieferanten ausüben, die Stabilität von Cashflows beeinträchtigen und das Vertrauen entlang der Wertschöpfungskette schwächen. HUGO BOSS verfolgt daher das Ziel, faire, transparente und resiliente Lieferantenpartnerschaften zu fördern, unter anderem durch gezielte Programme zur Stärkung der finanziellen Stabilität und der langfristigen Zusammenarbeit.
Unternehmenskultur und Unternehmenspolitik
Die wertebasierte Unternehmenskultur von HUGO BOSS bildet das Fundament für die Förderung des Mitarbeiterengagements, die Innovationskraft des Unternehmens sowie die Erzielung eines langfristigen Geschäftserfolgs. Sie prägt den Austausch mit Mitarbeitenden, Geschäftspartnern, Aktionären, der Öffentlichkeit und anderen Interessengruppen und fördert darüber hinaus Transparenz, Vertrauen und ethisches Verhalten. Eine starke Unternehmenskultur trägt damit zum Wohl der Mitarbeitenden und der Gesellschaft bei und stärkt gleichzeitig die Reputation und den langfristigen Erfolg unseres Unternehmens. Als Teil unserer Konzernstrategie CLAIM 5 TOUCHDOWN basiert die Unternehmenskultur auf fünf zentralen Werten: Unternehmergeist, Verantwortung, Teammentalität, Einfachheit & Qualität sowie jugendlicher Spirit. Vertrauen bildet die Grundlage unserer täglichen Arbeit, übergreifend über diese Werte, und fördert ein kooperatives und motivierendes Arbeitsumfeld. Unsere Werte leiten das Handeln und die Interaktionen der Mitarbeitenden, fördern die Zusammenarbeit und bringen die individuelle Entwicklung mit den Unternehmenszielen in Einklang. Um die konsequente Umsetzung dieser Grundsätze sicherzustellen, setzt HUGO BOSS gezielte Initiativen zur Förderung der Unternehmenskultur um. Dazu zählt unter anderem ein verpflichtendes E-Learning-Modul, das alle 18 Monate zu absolvieren ist und Mitarbeitende für ethisches Verhalten und die Unternehmenswerte sensibilisiert. Führungsqualitäten spielen eine entscheidende Rolle bei der Förderung unserer Unternehmenskultur. Führungskräfte bei HUGO BOSS agieren als Vorbilder, indem sie ihre Teams stärken und unsere Werte verkörpern.
HUGO BOSS bewertet seine Unternehmenskultur regelmäßig im Rahmen einer jährlichen Mitarbeiterbefragung, um zu evaluieren, inwieweit unsere Unternehmenswerte aktiv gelebt werden, und um die wichtigsten Treiber für ein gutes Arbeitsklima zu identifizieren. Die Ergebnisse werden mit dem Vorstand, den Führungskräften sowie der gesamten Organisation geteilt und fließen in die strategische Planung ein, um unsere Werte noch stärker im operativen Geschäft zu verankern. Eigene Belegschaft
Konzepte im Zusammenhang mit Unternehmenskultur
HUGO BOSS hat konzernweite Verhaltensgrundsätze in seinem Verhaltenskodex sowie in ergänzenden Konzernrichtlinien etabliert und damit die Grundlage geschaffen, um die Rechtmäßigkeit der Aktivitäten seiner Mitarbeitenden sicherzustellen. Der Verhaltenskodex dient als Fundament unseres Compliance-Systems und spiegelt die zentralen Werte und Verhaltensweisen wider, die HUGO BOSS definieren. Er gibt klare Leitlinien vor, wie Mitarbeitende untereinander und mit externen Stakeholdern, einschließlich Kundinnen und Kunden, Lieferanten und anderer Geschäftspartner, interagieren sollten, setzt einen verbindlichen Rahmen für das berufliche Verhalten und deckt dabei ein breites Spektrum relevanter Themenbereiche ab.
INHALTE DES HUGO BOSS VERHALTENSKODEX
Zentrale Grundsätze des Kodex sind die Achtung international anerkannter Menschenrechte und unsere Verpflichtung zur Sicherstellung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen, die sowohl die körperliche Unversehrtheit als auch die persönliche Würde der Mitarbeitenden schützen. HUGO BOSS verfolgt eine Null-Toleranz-Politik gegenüber vorsätzlichem Fehlverhalten oder bewussten Verstößen gegen den Kodex. Um diese Grundsätze fest in der Unternehmenskultur zu verankern, erhalten Mitarbeitende eine Kopie des Kodex zusammen mit ihrem Arbeitsvertrag oder können ihn digital über einen QR-Code abrufen. Der Verhaltenskodex ist in mehreren Sprachen verfügbar und wurde zuletzt im Jahr 2025 aktualisiert und soll in 2026 veröffentlicht werden. Die Überwachung der Einhaltung des Verhaltenskodex obliegt dem Vorstand. Eigene Belegschaft
HUGO BOSS verankert seine ethischen, ökologischen und sozialen Standards entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch den Lieferantenverhaltenskodex (Supplier Code of Conduct, SCoC), der verbindliche Mindeststandards für alle Lieferanten (einschließlich eigener Produktionsstätten) sowie deren vorgelagerte Lieferketten definiert. Die vertragliche Verpflichtung zur Einhaltung dieser Standards ist Voraussetzung für eine Zusammenarbeit. Der Kodex umfasst zentrale Themen wie Menschenrechte, Arbeitsstandards, Umweltschutz und Korruptionsprävention. Er verbietet Kinder- und Zwangsarbeit, fordert faire Löhne und angemessene Arbeitsbedingungen, begrenzt Arbeitszeiten, sofern keine nationalen gesetzlichen Regelungen bestehen, und schützt die Vereinigungsfreiheit sowie das Recht auf Kollektivverhandlungen. Der Kodex ist in über 30 Sprachen verfügbar, inklusive einer einseitigen Version, die an den Produktionsstandorten ausgehängt wird und einen QR-Code mit Zugang zu unseren Hinweisgeberkanälen enthält. Dies soll sicherstellen, dass die Geschäftspraktiken unseren Erwartungen entsprechen, insbesondere in Regionen, in denen nationale Gesetzgebung oder deren Durchsetzung unzureichend sein kann. Zur Sicherstellung von Kenntnis und Einhaltung erhalten Tier-1-Lieferanten verpflichtende Schulungen zu Social-Compliance-Themen, wobei Hinweisgeberkanäle einen Fokus bilden, und sind verpflichtet, die Inhalte des Kodex an ihre Beschäftigten sowie an Dritte weiterzugeben. Die Einhaltung wird fortlaufend durch jährliche Selbstauskünfte, Sozialaudits und anerkannte Zertifizierungen unabhängiger Dritter überwacht und durch Lieferantenschulungen zu relevanten ESG-Themen ergänzt.
Hinweisgeberrichtlinie und Kanäle zur Meldung von Bedenken
Die HUGO BOSS Hinweisgeberrichtlinie (Whistleblowing Policy) unterstreicht das Bekenntnis des Unternehmens zu Transparenz, Integrität und Verantwortlichkeit. Sie legt einen strukturierten Prozess für die Meldung, Aufklärung und Ahndung von Gesetzesverstößen, unethischem Verhalten oder Verstößen gegen den Verhaltenskodex fest. Dazu zählen unter anderem Fälle wie Menschenrechtsverletzungen, Korruption und Bestechung, Betrug sowie Veruntreuung. Die Richtlinie beschreibt die verfügbaren Hinweisgeberkanäle sowie die Verfahrensschritte zur Bearbeitung gemeldeter Vorfälle. Sie wird jährlich überprüft, wobei die letzte Aktualisierung im Jahr 2025 die Vorfallkategorien konkretisiert, Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb der Compliance-Funktion definiert und die Überwachung durch den Vorstand mittels eines formalisierten Berichtsprozesses für Hochrisikovorfälle weiter gestärkt hat. Die Richtlinie gilt für alle HUGO BOSS Mitarbeitenden und erstreckt sich darüber hinaus auf externe Stakeholder, darunter Geschäftspartner, Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette und Kundinnen und Kunden. Sie soll die Vertraulichkeit sowie den Schutz von Hinweisgebenden, betroffenen Personen und an Untersuchungen beteiligten Mitarbeitenden gewährleisten.
HUGO BOSS stellt seinen Mitarbeitenden und externen Stakeholdern unabhängige interne und externe Hinweisgeberkanäle zur Verfügung, um potenzielles Fehlverhalten oder Gesetzesverstöße vertraulich und bei Bedarf anonym zu melden. Dazu zählen unser Speak-Up Channel, eine externe Ombudsperson sowie die zentrale Compliance-Abteilung. Der Speak-Up Channel ist weltweit online und über eine gebührenfreie Hotline in mehr als 50 Sprachen zugänglich. Detaillierte Informationen zu sämtlichen Meldewegen sind im Intranet des Unternehmens sowie auf der Unternehmenswebsite verfügbar, was Transparenz und Zugänglichkeit für alle Stakeholder gewährleisten soll. Als zusätzliche Schutzmaßnahme beinhaltet der Speak-Up Channel Nachfassabfragen, mit denen ermittelt wird, ob meldende Personen nach Abgabe eines Hinweises irgendeine Form von Vergeltungsmaßnahmen erfahren haben. Dies ermöglicht es der Compliance-Abteilung, potenzielle Anliegen zeitnah zu überwachen und zu adressieren. Mitarbeitende können Hinweise zudem direkt an ihre Vorgesetzten oder an Compliance-Beauftragten auf Ebene der Tochtergesellschaften oder des Konzerns richten. Insgesamt soll dieses System dazu beitragen, Risiken im Zusammenhang mit unethischem Verhalten, Rechtsverstößen und möglichen Reputationsschäden zu mindern.
HUGO BOSS schult Mitarbeitende regelmäßig, um das ethische Bewusstsein und die Compliance-Kultur zu stärken. Ein konzernweites Online-Compliance-Training, das für alle Mitarbeitenden zugänglich und für bestimmte Zielgruppen verpflichtend ist, wird mindestens alle 18 Monate durchgeführt. Die Schulung deckt zentrale Themen ab, darunter unsere Unternehmenswerte, den Verhaltenskodex, Antikorruption, Geldwäscheprävention, Datenschutz, Informationssicherheit, Kartellrecht, Interessenkonflikte, Tierschutz sowie Whistleblowing. Mitarbeitende, die für die Bearbeitung von Compliance-Fällen verantwortlich sind, erhalten spezialisierte Schulungen, einschließlich Workshops zu internen Untersuchungen. Im Geschäftsjahr 2025 initiierte HUGO BOSS das Präsenztrainingsformat „How to Act Like a BOSS“, das als Reaktion auf konkrete Fälle entwickelt wurde, die im Rahmen des Hinweisgebersystems identifiziert wurden. Die Initiative stärkt ethisches Verhalten sowie die Sensibilisierung für den Verhaltenskodex und wird schrittweise in den einzelnen Unternehmensbereichen ausgerollt.
Die Compliance-Abteilung stellt eine umfassende Dokumentation sämtlicher Untersuchungen sicher und bewertet die Wirksamkeit der Hinweisgebersysteme mindestens einmal jährlich. Im Jahr 2025 wurde eine strukturierte Ursachenanalyse implementiert, um wiederkehrende Muster zu identifizieren und gezielte Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten. Rückmeldungen interner und externer Stakeholder werden berücksichtigt, um sicherzustellen, dass das System wirksam bleibt und seinem Zweck entspricht.
Tierschutz
HUGO BOSS verpflichtet sich, in allen Bereichen seiner Geschäftstätigkeit hohe Standards im Bereich des Tier- und Artenschutzes einzuhalten. Unsere Tierschutzrichtlinie, die zuletzt im Jahr 2025 aktualisiert wurde und öffentlich zugänglich ist, orientiert sich an international anerkannten Standards wie dem Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) sowie den Richtlinien der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH). Die in Zusammenarbeit mit der Tierschutzorganisation Vier Pfoten (FOUR PAWS) entwickelte Richtlinie enthält „Allgemeine Tierwohlziele“, basierend auf dem Fünf-Domänen-Modell, die Mindestanforderungen und Maßnahmen definieren, die sowohl das körperliche als auch das geistige Wohlbefinden der in der Lieferkette involvierten Tiere berücksichtigen. Zur kontinuierlichen Weiterentwicklung und zur Ausrichtung an sich wandelnden Best Practices steht HUGO BOSS in einem fortlaufenden Dialog mit führenden Tierschutz-NGOs, darunter Vier Pfoten und PETA. HUGO BOSS lehnt Tierversuche für sämtliche Produkte, einschließlich Lizenzprodukte, ab und weitet dieses Engagement auch auf die Entwicklung neuer Materialien und Produkte aus. Unsere Tierschutzrichtlinie gilt konzernweit, wobei Abweichungen nur dann zulässig sind, falls nationale Vorschriften im Widerspruch zur Richtlinie stehen und die grundlegenden Prinzipien und Zielsetzung der Richtlinie gewahrt bleiben. Die Nichteinhaltung der Richtlinie kann arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Zur Umsetzung dieser Verpflichtungen in der Praxis legt unsere konzernweite Materialstrategie bevorzugte Quellen für Materialien tierischen Ursprungs fest und definiert entsprechende Zielsetzungen. Sie dient Mitarbeitenden und Lieferanten als Orientierung für die konsistente Auswahl von Materialien, die durch unabhängige Drittzertifizierungen verifiziert sein sollten oder entlang der Lieferkette anerkannten Standards entsprechen.
Ziele im Zusammenhang mit Tierschutz
HUGO BOSS hat klare Standards und Ziele für die Beschaffung von Materialien tierischen Ursprungs festgelegt, die das Engagement des Unternehmens für Nachhaltigkeit und Tierschutz bei Stoffen und Futterstoffen widerspiegeln. Leder sollte ausschließlich als Nebenprodukt, insbesondere der Lebensmittelindustrie, bezogen werden, darunter Schaf-, Ziegen-, Rinder- und Büffelleder. Exotische Lederarten und Zuchtpelze sind seit 2016 verboten, während auch auf die Verwendung von Angorawolle verzichtet wird. In Bezug auf Wolle legt unsere Tierschutzrichtlinie besonderen Wert auf artgerechte Haltung, schonende Schermethoden und die Vermeidung belastender Praktiken wie dem Lebendschneiden von Lämmern (Mulesing). HUGO BOSS strebt an, bis 2030 ausschließlich mulesingfreie Wolle (inklusive recycelter Wolle) zu beziehen, nachdem im Jahr 2025 bereits ein Anteil von 68 % erreicht wurde (2024: 53 %). Dieses Ziel steht im Einklang mit unserem übergeordneten Ziel, bis 2030 100 % unserer wichtigsten Naturmaterialien aus bevorzugten Quellen gemäß unserer Materialstrategie zu beziehen. Regenerative Landwirtschaft stellt unsere bevorzugte Beschaffungsform für Wolle dar, da sie das Verbot von Mulesing mit weiteren Tierwohlaspekten wie Weidehaltung und minimierten Tiertransporten verbindet. Die Einhaltung wird durch Standards wie AuthenticoR oder den ZQ Regenerative Index (ZQRX) überprüft. Das übergeordnete Ziel umfasst auch Kaschmir, Mohair und Daunen, die aus zertifizierten oder recycelten Quellen stammen müssen. Mohair wird ausschließlich nach dem Responsible Mohair Standard (RMS) zertifiziert bezogen, während Daunen aus DOWNPASS-zertifizierten oder recycelten Materialien stammen, wodurch Lebendrupf und Zwangsfütterung ausgeschlossen werden. Um die Abhängigkeit von tierischen Materialien weiter zu reduzieren, entwickelt und testet HUGO BOSS zudem vegane Alternativen, die den Umwelt- und Funktionsstandards entsprechen. Weitere Informationen zu unserem Materialeinsatz finden sich im Abschnitt „Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“. Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Unsere Lieferanten spielen bei der Einhaltung unserer Tierschutzstandards eine entscheidende Rolle. Sämtliche Lieferanten von Rohstoffen tierischen Ursprungs sowie Tier-1-Lieferanten, die tierische Materialien verarbeiten, sind verpflichtet, mindestens die lokalen Tierschutzvorschriften einzuhalten.
Management der Beziehungen zu Lieferanten
HUGO BOSS verpflichtet sich zu verantwortungsvollem unternehmerischem Handeln entlang seiner Wertschöpfungskette. Bestimmte Einkaufspraktiken, wie kurzfristige Planungen, Last-Minute-Änderungen von spezifischen Bestellangaben oder verspätete Zahlungen, können sich negativ auf die Arbeitsbedingungen sowie die finanzielle Stabilität von Lieferanten auswirken. Um diese Risiken zu mindern und die Beschaffungspraktiken mit unseren menschenrechtlichen Verpflichtungen in Einklang zu bringen, hat HUGO BOSS im Jahr 2025 eine Leitlinie zu verantwortungsvollen Einkaufspraktiken eingeführt, die vom Vorstand verabschiedet wurde. Diese interne Leitlinie gilt für alle Mitarbeitenden, die an Produktentwicklung und Bestellprozessen beteiligt sind, einschließlich der Beschaffungs-, Design- und Kreativ-, Planungs-, Einkaufs- und Preisgestaltungsfunktionen, und ist als Selbstverpflichtung verbindlich. Sie beschränkt sich auf produktionsbezogene Aktivitäten, während nicht produktionsbezogene Materialien und Dienstleistungen durch eine separate, spezifische Leitlinie geregelt werden.
In Anlehnung an international anerkannte Rahmenwerke, darunter das Common Framework for Responsible Purchasing Practices (CFRPP) sowie der OECD-Leitfaden für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln, definiert unsere Leitlinie fünf Kernprinzipien. Diese konzentrieren sich auf interne Integration und Berichterstattung, partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe, kollaborative Produktionsplanung und Bestellprozesse, faire Zahlungsbedingungen sowie eine tragfähige Kostenkalkulation. Die Leitlinie gilt für alle Tier-1- und direkten Tier-2-Lieferanten – unabhängig von ihrer Größe, einschließlich kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) – und zielt darauf ab, deren Fähigkeit zu einer effizienten Produktionsplanung, stabiler Beschäftigung sowie zur Einhaltung sozialer und ökologischer Standards zu stärken.
Zur zusätzlichen Verankerung verantwortungsvoller Einkaufspraktiken führte HUGO BOSS gezielte Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen für Teams aus den Bereichen Sourcing und Operations im Rahmen des Onboarding-Prozesses durch. Darüber hinaus beteiligt sich das Unternehmen an der Multi-Stakeholder-Initiative Learning and Implementation Community (LIC) zu verantwortungsvollen Einkaufspraktiken, die Unternehmen, NGOs und weiteren Stakeholdern eine Plattform zum Austausch von Erkenntnissen und Best Practices zur Verbesserung des Einkaufsverhaltens und zur Risikominderung in globalen Lieferketten bietet.
Die Beziehungen zu unseren Lieferanten werden durch unseren Lieferantenverhaltenskodex geregelt, der weiter oben näher beschrieben ist. Der Kodex definiert Mindeststandards in Bezug auf Menschenrechte, Arbeitsbedingungen und Umweltschutz. Die Einhaltung des Kodex ist Voraussetzung für eine Zusammenarbeit und bildet die Grundlage unseres Ansatzes für verantwortungsvolle Beschaffung. Weitere Informationen zu lieferantenbezogenen Umweltleitlinien finden sich im Abschnitt „Klimawandel“. Klimawandel
Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung
HUGO BOSS erwartet von allen Mitarbeitenden, dass sie im täglichen Geschäftsbetrieb rechtmäßig handeln. Bei HUGO BOSS ist unternehmerische Compliance eine zentrale Verantwortung des Vorstands und umfasst Maßnahmen zur Sicherstellung der Einhaltung gesetzlicher und behördlicher Vorschriften sowie interner Richtlinien und Kodizes.
Konzepte zur Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung
Alle Mitarbeitenden sind verpflichtet, den konzernweiten Verhaltenskodex sowie ergänzende spezifische Compliance-Richtlinien einzuhalten. Dazu zählt unter anderem die Antikorruptionsrichtlinie, die zuletzt im Geschäftsjahr 2025 überarbeitet wurde und unter anderem die Annahme und Gewährung von Geschenken und Einladungen regelt sowie wesentliche korruptionsbezogene Risikobereiche adressiert. Zudem definiert sie klare Verfahren zur Meldung mutmaßlicher Verstöße. Sowohl der öffentlich zugängliche Verhaltenskodex als auch die internen Richtlinien unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung und werden bei Bedarf, insbesondere infolge von Änderungen gesetzlicher und regulatorischer Anforderungen, aktualisiert. Eigene Belegschaft
Die zentrale Compliance-Abteilung berichtet an den Chief Compliance Officer, der wiederum dem CFO/COO direkt unterstellt ist. Die Compliance-Abteilung ist vorrangig für die Unterstützung der Überwachung eines wirksamen Compliance-Management-Systems verantwortlich. In Zusammenarbeit mit den lokalen Compliance-Ansprechpartnern in den Konzerngesellschaften stellt sie die Umsetzung und kontinuierliche Weiterentwicklung der jeweiligen Richtlinien im Rahmen des Compliance-Programms sicher. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird regelmäßig über die Aktivitäten der Compliance-Abteilung informiert.
Ziele im Zusammenhang mit der Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung
Das Compliance-Management bei HUGO BOSS zielt auf ein konzernweit rechtskonformes Verhalten ab. Ziel ist es, Rechtsverletzungen wie etwa Korruptions- und Bestechungsvorfälle zu vermeiden, die neben Reputations- und finanziellen Risiken insbesondere auch persönliche straf- und arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können. Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine Verstöße im Zusammenhang mit Korruption und Bestechung seitens Behörden oder Gerichten festgestellt (2024: keine Verstöße).
Maßnahmen im Zusammenhang mit der Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung
Im Jahr 2025 wurde das Compliance-Management-System unter Anwendung eines risikobasierten Ansatzes weiterentwickelt. Der Fokus lag dabei auf der Aktualisierung von Richtlinien, der Weiterentwicklung des Hinweisgebersystems und des Fallmanagements sowie auf der Überprüfung des Compliance-Risikobewertungsansatzes im Bereich der Korruptionsprävention durch einen externen Prüfer.
Zur Stärkung des Compliance-Bewusstseins hat HUGO BOSS ein verpflichtendes konzernweites Compliance-Online-Training implementiert, das regelmäßig zu absolvieren ist. Weitere Details finden sich im Abschnitt zum Hinweisgebersystem. Mitarbeitende in compliance-kritischen Funktionen erhalten zusätzliche Schulungen in Online- und Präsenzformaten, die gezielt auf relevante Themen wie etwa Antikorruption zugeschnitten sind.
Sämtliche Konzerngesellschaften werden bei Bedarf detaillierten Audits unterzogen, um die Einhaltung interner Richtlinien und regulatorischer Anforderungen sicherzustellen. Wesentliche Verstöße werden dem Vorstand und dem Aufsichtsrat gemeldet, um unmittelbare Aufmerksamkeit und angemessene Maßnahmen zu gewährleisten.
Ergänzend dazu bietet HUGO BOSS seinen Mitarbeitenden, Lieferanten und Geschäftspartnern verschiedene Hinweisgeberkanäle, um potenzielles Fehlverhalten oder Straftaten vertraulich und anonym zu melden, wie im entsprechenden Abschnitt oben ausführlich beschrieben. Alle gemeldeten Fälle werden gründlich geprüft, wobei strenge Maßnahmen zum Schutz der Hinweisgeber vor Vergeltungsmaßnahmen ergriffen werden. Dieses System unterstreicht das Engagement des Unternehmens für die Förderung einer transparenten und verantwortungsvollen Unternehmenskultur.
Zahlungspraktiken
HUGO BOSS strebt transparente und verantwortungsvolle Zahlungspraktiken gegenüber allen Lieferanten an, um stabile Geschäftsbeziehungen und finanzielle Resilienz entlang der Wertschöpfungskette zu unterstützen. Die in diesem Abschnitt dargestellten Kennzahlen beziehen sich auf Tier-1- und direkte Tier-2-Lieferanten im Rahmen der produktbezogenen Beschaffung des Konzerns, während die indirekte Beschaffung von dieser Berichterstattung ausgenommen ist.
Die konzernweit geltenden Standardzahlungsziele betragen für Tier-1-Lieferanten 90–100 Tage ab Rechnungseingang und für direkte Tier-2-Lieferanten 100–120 Tage. Im Jahr 2025 entsprachen 84 % der Rechnungen, gemessen am Beschaffungsvolumen, diesen Standardzahlungszielen (+/−3 Werktage), während die durchschnittliche Zahlungsdauer für Tier-1-Lieferanten bei 97 Tagen ab dem vertraglich vereinbarten Fälligkeitsdatum und bei 115 Tagen für direkte Tier-2-Lieferanten lag. Die Zahlungsabwicklung erfolgt zentral über standardisierte Systeme, die auf die Sicherstellung von Genauigkeit, Termintreue und Nachvollziehbarkeit abzielen. Im Jahr 2025 gab es keine Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit Zahlungsverzug gegenüber Lieferanten.
Zur weiteren Stärkung der Liquidität und finanziellen Stabilität der Lieferanten betreibt HUGO BOSS ein freiwilliges Supplier Financing Program. Das Programm wird in Zusammenarbeit mit ausgewählten Finanzpartnern umgesetzt und ermöglicht berechtigten Lieferanten die vorzeitige Auszahlung genehmigter Rechnungen zu vorteilhaften Finanzierungskonditionen. Dadurch erhalten Lieferanten einen schnelleren Zugang zu Forderungen und können ihre Zahlungsfähigkeit auch in herausfordernden Phasen sicherstellen. Im Jahr 2025 nahmen, gemessen am Beschaffungsvolumen, 65 % der direkten Lieferanten, einschließlich Tier-1- und Tier-2-Lieferanten, an dem Programm teil. Die Zahlungen erfolgten im Durchschnitt innerhalb von 21 Tagen nach Rechnungsstellung und damit deutlich schneller als die Standardzahlungsziele. Diese Initiative trägt zur Stärkung der Resilienz der Lieferanten bei und unterstützt ihre Fähigkeit, wichtige Verpflichtungen wie die fristgerechte Zahlung von Löhnen sowie Investitionen in Compliance-Maßnahmen zu erfüllen und damit verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln entlang der Wertschöpfungskette zu fördern.