Geschäftsbericht 2025

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Angaben gemäß Artikel 8 der Verordnung (EU) 2020/852 (Taxonomie-Verordnung)

Der European Green Deal verfolgt das Ziel, bis 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen in der Europäischen Union zu erreichen. Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die EU-Taxonomie, ein Klassifizierungssystem, das „ökologisch nachhaltige“ Wirtschaftstätigkeiten definiert. Ziel ist es, Kapitalflüsse in nachhaltige Investitionen zu lenken, indem Wirtschaftstätigkeiten anhand ihres Beitrags zu sechs Umweltzielen klassifiziert werden.

Eine umfassende Analyse von HUGO BOSS für das Geschäftsjahr 2025 ergab, dass – wie bereits im Vorjahr – keine finanziell wesentlichen taxonomiekonformen Umsätze, CapEx oder OpEx zu berichten sind, insbesondere da unsere primären wirtschaftlichen Aktivitäten derzeit nicht von der EU-Taxonomie abgedeckt werden. HUGO BOSS hat die am 28. Januar 2026 in Kraft getretene Delegierte Verordnung (EU) 2026/73 zur Vereinfachung der Inhalte und Darstellung der Taxonomieangaben für das Geschäftsjahr 2025 nicht angewendet. Durch die Inanspruchnahme der verfügbaren Übergangsregelung hat das Unternehmen Konsistenz mit den zum Jahresende 2025 geltenden Anforderungen der EU-Taxonomie sichergestellt. Die überarbeiteten Angabepflichten werden ab dem Geschäftsjahr 2026 angewendet. Die folgenden Abschnitte enthalten die verpflichtende Berichterstattung im Zusammenhang mit der EU-Taxonomie-Verordnung.

Berichterstattung über „ökologisch nachhaltige“ Wirtschafts­tätigkeiten

Die EU-Taxonomie verpflichtet Unternehmen zur Berichterstattung über ihre taxonomiekonformen, sprich gemäß EU-Kriterien „ökologisch nachhaltigen“ Wirtschaftstätigkeiten. Dies beinhaltet die Offenlegung der entsprechenden Anteile der Umsatzerlöse, Investitionen (CapEx) und operativen Aufwendungen (OpEx) in Bezug sowohl auf taxonomiefähige als auch taxonomiekonforme Wirtschaftsaktivitäten für alle sechs Umweltziele.

Taxonomiefähig sind solche Unternehmensaktivitäten, die mit der jeweiligen Aktivitätsbeschreibung gemäß EU-Taxonomie übereinstimmen, unabhängig von der Erfüllung der technischen Bewertungskriterien. Taxonomiekonform sind Unternehmensaktivitäten dann, wenn sie einen wesentlichen Beitrag zum jeweiligen Umweltziel leisten (Einhaltung der technischen Bewertungskriterien), keine erheblichen Beeinträchtigungen der weiteren Umweltziele verursachen (Einhaltung der „Do no significant harm (DNSH)“-Kriterien) und die in der EU-Taxonomie festgelegten Mindeststandards („Minimum Safeguards“) einhalten.

Die im Zusammenhang mit der EU-Taxonomie veröffentlichten delegierten Rechtsakte zu den sechs Umweltzielen decken weiterhin nur eine begrenzte Anzahl von Sektoren und Wirtschaftstätigkeiten ab. Für die primären wirtschaftlichen Aktivitäten von Unternehmen des globalen Bekleidungsmarktes, und damit auch von HUGO BOSS, decken die delegierten Rechtsakte derzeit nur eine sehr begrenzte Anzahl potenziell relevanter Wirtschaftstätigkeiten im Zusammenhang mit dem Ziel (4) „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“ ab, darunter etwa der Verkauf von Second-Hand-Ware sowie Reparatur- und Aufbereitungsdienstleistungen. Während diese Aktivitäten für HUGO BOSS Stand heute nur eine untergeordnete wirtschaftliche Bedeutung haben, sind unsere primären wirtschaftlichen Aktivitäten per Definition nicht taxonomiefähig. In den delegierten Rechtsakten sind jedoch einige Aktivitäten aufgeführt, die für HUGO BOSS zwar nicht umsatzgenerierend, jedoch grundsätzlich von Relevanz sind, da sie die Basisinfrastruktur des Unternehmens wie etwa Immobilien oder Anlagen zur Eigenenergieerzeugung betreffen.

Angesichts des breiten Spektrums potenziell taxonomiefähiger Wirtschaftstätigkeiten wendet HUGO BOSS bei der Berichterstattung zur EU-Taxonomie das Prinzip der Wesentlichkeit an. Unserem Ansatz aus dem Vorjahr entsprechend stufen wir eine Wirtschaftstätigkeit als taxonomiefähig ein, wenn der entsprechende KPI-Wert auf Ebene der wirtschaftlichen Aktivität mindestens 0,5 % des jeweiligen Nenners für Umsatz beziehungsweise CapEx beträgt.

Umsatz

Das Kerngeschäft von HUGO BOSS wird von den aktuell gültigen Taxonomiekriterien nicht erfasst. Daher weisen wir die Anteile der taxonomiefähigen und taxonomiekonformen Umsätze im Geschäftsjahr 2025 wie im Vorjahr mit 0 % aus. Unabhängig davon ist HUGO BOSS bestrebt, seine Aktivitäten im Bereich der Kreislaufwirtschaft in Zukunft deutlich auszubauen, und hat das klare Bekenntnis „Kreislaufwirtschaft fördern“ fest in seiner Nachhaltigkeitsstrategie verankert. Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

Investitionen (CapEx)

Für das Geschäftsjahr 2025, wurden wie im Vorjahr keine wirtschaftlichen Aktivitäten identifiziert, deren jeweilige CapEx-Beträge die definierte Wesentlichkeitsschwelle überschreiten, mit Ausnahme des Baus eines neuen Bürogebäudes an unserem Hauptsitz in Metzingen (Deutschland), der unter die taxonomiefähige Tätigkeit 7.1 „Neubau von Gebäuden“ fällt. Die Fertigstellung des Gebäudes, für das HUGO BOSS eine Platin-Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) anstrebt, ist für das Jahr 2026 geplant. Die DGNB-Zertifizierung spiegelt zwar einen hohen Nachhaltigkeitsstandard wider, deckt aber nicht alle Kriterien der EU-Taxonomie vollständig ab. Infolgedessen waren zum Bilanzstichtag keine vollständigen Nachweise für die Übereinstimmung mit diesen spezifischen Kriterien verfügbar, sodass die Investitionen im Zusammenhang mit diesem Neubauprojekt für das Geschäftsjahr 2025 als nicht taxonomiekonform ausgewiesen werden.

Folglich belaufen sich die für 2025 taxonomiefähigen CapEx in Relation zu den im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt angefallenen CapEx von 385 Mio. EUR („Nenner“) auf 7 % (2024: 2 % bei einem Nenner von 645 Mio. EUR). Der Anteil der taxonomiekonformen CapEx, wiederum in Bezug auf den Nenner, beläuft sich auf 0 % (2024: 0 %). Gemäß Taxonomie-Verordnung umfassen die bei der Ermittlung des Nenners zugrunde zu legenden CapEx im Wesentlichen Zugänge an Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten vor Abschreibungen und Neubewertungen sowie Zugänge an Nutzungsrechten aus langfristigen Leasingverhältnissen. Der Betrag des Nenners ist überleitbar zu den im Zusammengefassten Lagebericht unter „Finanzlage“ sowie im Konzernabschluss unter der Anhangsziffer 9 gemachten Angaben. Finanzlage, Investitionen

Operative Aufwendungen (OpEx)

Die gemäß Definition der EU-Taxonomie bei der Berechnung des Nenners zugrunde zu legenden OpEx umfassen im Wesentlichen direkte Kosten, die sich auf Forschung und Entwicklung, Gebäudesanierungsmaßnahmen, kurzfristiges Leasing, Wartung und Reparatur beziehen. Der überwiegende Teil der OpEx von HUGO BOSS, etwa in Bezug auf Vertriebs- und Marketingaufwendungen, Verwaltungsaufwand oder Logistikaufwendungen, bleibt bei dieser Definition folglich unberücksichtigt. Für das Geschäftsjahr 2025 beläuft sich der Nenner auf 122 Mio. EUR (2024: 128 Mio. EUR). In Relation zu den im Geschäftsjahr 2025 insgesamt angefallenen OpEx in Höhe von 2.236 Mio. EUR (überleitbar zu den in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung dargestellten operativen Aufwendungen; 2024: 2.299 Mio. EUR) stuft HUGO BOSS diesen Nenner als unwesentlich ein. Folglich wird, im Einklang mit den Ausführungen im Annex I der delegierten Verordnung zu Artikel 8 der EU-Taxonomie, für das Geschäftsjahr 2025 auf eine Ermittlung der taxonomiefähigen und -konformen OpEx verzichtet und beide Anteile daher jeweils mit 0 % ausgewiesen (2024: 0 %). Ertragslage, Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Klimarisikoanalyse

Wie in den Vorjahren, hat HUGO BOSS eine Analyse physischer Klimarisiken für die bedeutendsten eigenen Unternehmensstandorte durchgeführt, die sowohl den Vorgaben der EU-Taxonomie als auch den Empfehlungen der Task Force on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD) genügt. Dabei wurde der Standort des oben genannten Projekts einbezogen. Die systembasierte Analyse beruht auf den Emissionsreferenzszenarien des Weltklimarats (IPCC). Wesentliche kurz-bis mittelfristige physische Klimarisiken wurden für das entsprechende Projekt nicht identifiziert, sodass von keiner erheblichen Beeinträchtigung („DNSH“) des Umweltziels „Anpassung an den Klimawandel“ auszugehen ist. Anpassungsmaßnahmen sind aus Sicht des Unternehmens daher zurzeit nicht notwendig. Klimawandel

Mindestschutz

Die Einhaltung des Mindestschutzes, der die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen und die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte einschließlich der ILO-Kernarbeitsnormen und der Internationalen Charta der Menschenrechte umfassen, wurde durch die jeweiligen Fachexperten auf Konzernebene geprüft. Wie bereits im Vorjahr erfüllt HUGO BOSS sämtliche der dort definierten Standards. Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, Unternehmensführung

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu den taxonomiefähigen und taxonomiekonformen Anteilen von Umsatz, CapEx und OpEx sind dem Kapitel „Weitere Angaben zur EU-Taxonomie“ zu entnehmen. Weitere Angaben zur Zusammengefassten Nichtfinanziellen Erklärung, Weitere Angaben zur EU-Taxonomie