Die Richtlinie (EU) 2022/2464 hinsichtlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD) trat am 5. Januar 2023 in Kraft, mit einer Frist zur Umsetzung in nationales Recht bis Juli 2024. Bis zum 31. Dezember 2025 hatten mehrere Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, diesen Umsetzungsprozess noch nicht abgeschlossen. Infolgedessen bleibt für die Berichterstattung für das Geschäftsjahr 2025 der für börsennotierte deutsche Unternehmen geltende rechtliche Rahmen unverändert. Vor diesem Hintergrund erstellt HUGO BOSS weiterhin eine zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung gemäß der Richtlinie über die nichtfinanzielle Berichterstattung (Non-Financial Reporting Directive, NFRD) in Übereinstimmung mit den Vorjahren. Gemäß §§ 315b und 315c Handelsgesetzbuch (HGB) in Verbindung mit §§ 289b bis 289e HGB informiert diese zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung für die HUGO BOSS AG und den HUGO BOSS Konzern über unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten im Geschäftsjahr 2025. Sie umfasst die nach HGB wesentlichen Aspekte Umweltbelange, Arbeitnehmerbelage, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie die Angaben zur EU-Taxonomie.
Die Erstellung dieser Erklärung erfolgte unter teilweiser Anwendung von Set 1 der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) als Rahmenwerk im Sinne von § 289d HGB. Eine vollständige Anwendung der ESRS wurde nicht vorgenommen, da die CSRD noch nicht in deutsches Recht umgesetzt wurde. Die Erklärung stützt sich auf eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse (Double Materiality Asssessment, DMA), die gemäß ESRS 1 durchgeführt wurde. Die DMA kam zu dem Ergebnis, dass neun der zehn ESRS-Themen für HUGO BOSS grundsätzlich wesentlich sind. Der Umfang der dargestellten Angaben spiegelt jedoch nicht vollständig den durch die DMA indizierten Umfang wider, unter anderem da HUGO BOSS von den im ESRS-Rahmenwerk vorgesehenen Verhältnismäßigkeits- und Übergangsbestimmungen Gebrauch macht. Dies umfasst unter anderem Verhältnismäßigkeitsbestimmungen, die die EU mittels des sogenannten „Quick-Fix“ als delegierten Rechtsakt für die Themen „Biologische Vielfalt und Ökosysteme“ (E4), „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“ (S2) sowie „Verbraucher und Endnutzer“ (S4) eingeführt hat, sowie die Inanspruchnahme von Übergangsregelungen und weiterer zulässiger Ausnahmen beim Thema „Eigene Belegschaft“ (S1). Die im Abschnitt „Weitere Angaben zur zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung“ enthaltene Darstellung „Übersicht der ESRS-Angabepflichten“ gibt Aufschluss über Vorhandensein, Umfang und Begrenzungen der in diesem Bericht enthaltenen ESRS-Angaben. Weitere Angaben zur zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung
Diese zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung wurde auf konsolidierter Basis erstellt, wobei der Konsolidierungskreis mit dem unseres Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2025 übereinstimmt. Die quantitativen ESG-Daten umfassen dementsprechend die HUGO BOSS AG sowie sämtliche von ihr kontrollierten Tochtergesellschaften. Sofern nicht anders angegeben, spiegeln die gemachten Angaben gleichermaßen die Perspektive der HUGO BOSS AG und die des Konzerns wider. Konzernanhang, Konsolidierungskreis
Sämtliche Verweise auf Informationen außerhalb dieser Erklärung – mit Ausnahme der Verweise auf das Kapitel „Geschäftstätigkeit und Konzernstruktur“ als Teil des zusammengefassten Lageberichts – sind Informationen, die über die nach HGB vorgeschriebenen Angaben hinausgehen und somit nicht Bestandteil der Erklärung sind. In Übereinstimmung mit dem geltenden Rechtsrahmen wurde die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung einer freiwilligen Prüfung mit begrenzter Sicherheit nach ISAE 3000 (Revised) unterzogen. Prüfungsvermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über eine betriebswirtschaftliche Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit in Bezug auf die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung
Governance
Die Steuerung von HUGO BOSS obliegt der Muttergesellschaft HUGO BOSS AG, die als deutsche Aktiengesellschaft eine duale Führungs- und Kontrollstruktur hat. Der Vorstand trägt folglich die Verantwortung für die Steuerung des Konzerns und die erfolgreiche Umsetzung der Strategie, während der Aufsichtsrat den Vorstand überwacht und berät. Die beiden Gremien sind sowohl in ihrer Zusammensetzung als auch in ihren Aufgaben streng voneinander getrennt, arbeiten jedoch im besten Interesse des Unternehmens eng zusammen. Weitere Informationen zur Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie zur Governance-Struktur finden sich im Abschnitt „Corporate Governance“ dieses Geschäftsberichts. Corporate Governance und Erklärung zur Unternehmensführung
Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für die nachhaltige Entwicklung von HUGO BOSS. Dazu gehört auch die Überwachung, Steuerung und Kontrolle der ESG-bezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs) entlang der Wertschöpfungskette des Unternehmens. Die strategische Verantwortung liegt beim Bereich Group Strategy and Corporate Development, der direkt an den Chief Executive Officer (CEO) berichtet. Dieser Bereich ist auch für die Festlegung von ESG-Zielen für die wesentlichen IROs und die Überwachung der Fortschritte bei deren Erreichung verantwortlich. Vorstand und Aufsichtsrat überwachen die festgelegten Ziele und werden regelmäßig über die erzielten Fortschritte informiert. Die operative Verantwortung entlang der Lieferkette sowie die Verantwortung für das zentrale Risikomanagement und interne Kontrollen liegen bei Business Operations. Group Finance & Tax ist für die konzernweite ESG-Datenerhebung, -Konsolidierung und -Validierung verantwortlich, während Investor Relations für die ESG-Berichterstattung und die ESG-bezogene Kapitalmarktkommunikation mit Investoren und Finanzanalysten zuständig ist. Compliance- und Menschenrechtsfragen werden von der Abteilung Compliance and Human Rights als Teil unseres zentralen Rechtsbereichs adressiert. Alle vier Bereiche berichten an den Chief Financial Officer (CFO)/Chief Operating Officer (COO).
Der CFO/COO ist auch für unser zentrales Sustainability Committee verantwortlich, das sich aus Vertretern zentraler Geschäftsbereiche zusammensetzt, die mit Nachhaltigkeitsthemen befasst sind. Es begleitet die Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie und dient als Dialogforum für aktuelle Entwicklungen und „Best Practices“ im Bereich Nachhaltigkeit. Das Komitee befasste sich 2025 mit einer Vielzahl von Themen, darunter Fortschritte in Bezug auf unsere Nachhaltigkeitsstrategie, ESG-Berichterstattung und regulatorische Anforderungen. Zur weiteren Stärkung unserer bereichsübergreifenden ESG-Governance hat HUGO BOSS im Jahr 2025 ein internes ESG Decision Forum eingerichtet. Dieses Gremium bringt vierteljährlich wichtige Entscheidungsträger zusammen, wobei auf Anfrage auch der CFO/COO teilnimmt. Es zielt auf die Förderung eines ganzheitlichen Ansatzes für das Nachhaltigkeitsmanagement ab, indem es für Transparenz bei ESG-Projekten sorgt, strategische Initiativen priorisiert, die Kapazitäts- und Ressourcenplanung aufeinander abstimmt und eine einheitliche Entscheidungsfindung fördert.
Der Vorstand von HUGO BOSS trägt die Gesamtverantwortung für ein effektives Risiko- und Chancenmanagementsystem (RMS), das auch ein Compliance-Management-System (CMS) umfasst. In seinem Auftrag koordiniert die zentrale Abteilung Risk Management and Internal Controls die Umsetzung und kontinuierliche Weiterentwicklung des RMS. Die Überwachung seiner Wirksamkeit obliegt dem Aufsichtsrat. Diese Aufgabe wird vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats unter Einbeziehung der Internen Revision wahrgenommen. Im Rahmen des Berichtsprozesses hat HUGO BOSS keine Risiken identifiziert, die mit der eigenen Geschäftstätigkeit, seinen Geschäftsbeziehungen sowie seinen Produkten und Dienstleistungen verbunden sind und die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die fünf in § 289c HGB genannten Aspekte haben oder haben könnten. Risiko- und Chancenbericht, Corporate Governance und Erklärung zur Unternehmensführung
Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette
HUGO BOSS ist ein führendes Mode- und Lifestyle-Unternehmen im Premiumsegment des globalen Bekleidungsmarktes. Unser Geschäftsmodell wird im Kapitel „Geschäftstätigkeit und Konzernstruktur“ dieses Geschäftsberichts erläutert, während unsere Konzernstrategie, einschließlich unserer Nachhaltigkeitsstrategie, im Kapitel „Konzernstrategie“ dargestellt werden. Geschäftstätigkeit und Konzernstruktur, Konzernstrategie
Diese zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung deckt sowohl unsere eigenen Geschäftstätigkeiten als auch wesentliche Stufen der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette ab. Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Elemente unserer Wertschöpfungskette.
Wesentliche Elemente unserer Wertschöpfungskette
Stakeholder-Interessen und -Sichtweisen
Wir arbeiten aktiv mit unseren Stakeholdern zusammen und betrachten ihre Ideen und Beiträge als wesentlich für die Gestaltung unserer Unternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategien. Wir fördern einen offenen Dialog und eine enge Zusammenarbeit, um Erwartungen zu erfüllen, Bedenken auszuräumen und Lösungen zu entwickeln, die für beide Seiten von Vorteil sind. Stakeholder-Engagement unterstützt folglich nicht nur unsere Geschäftsziele, sondern bietet auch die Möglichkeit, einen Mehrwert für HUGO BOSS, die Umwelt und die Gesellschaft zu schaffen. HUGO BOSS pflegt einen systematischen Dialog mit relevanten Interessengruppen, darunter Mitarbeitende, Aktionäre, Kunden, Geschäftspartner, Arbeitnehmervertreter und die Gesellschaft. Basierend auf einer Stakeholder-Analyse gemäß Standard AA 1000 SES nutzt HUGO BOSS eine Reihe standardisierter Formate und Ansätze für die effektive Kommunikation, darunter unsere Unternehmenswebsite, unser Geschäftsbericht, soziale Medien sowie gesonderte Stakeholder-Veranstaltungen. Weitere Informationen zu unserem Stakeholder-Engagement und unseren Partnerschaften finden sich auf unserer Unternehmenswebsite. group.hugoboss.com
Doppelte Wesentlichkeitsanalyse
In Vorbereitung auf die Einhaltung der ESRS führte HUGO BOSS bereits im Jahr 2024 eine umfassende doppelte Wesentlichkeitsanalyse (Double Materiality Assessment, DMA) durch, die 2025 planmäßig überprüft und aktualisiert wurde. Gemeinsam mit zahlreichen internen Stakeholdern haben wir die wesentlichen IROs unseres Unternehmens ermittelt. Diese Zusammenarbeit erfolgte größtenteils in Form von Interviews und Sekundärforschung, wobei auch die Ergebnisse früherer Wesentlichkeitsanalysen berücksichtigt wurden. Darüber hinaus haben wir die Perspektiven externer Stakeholder durch interne Experten einbezogen, die im Rahmen ihrer Tätigkeiten regelmäßig mit relevanten Interessengruppen zusammenarbeiten. Parallel dazu haben wir im Rahmen unseres Risikomanagementprozesses die finanziellen Risiken und Chancen für nachhaltigkeitsbezogene Themen bewertet. Zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen Durchführung haben externe ESG-Berater unseren DMA-Prozess im Jahr 2024 eng begleitet und validiert. Die Gesamtverantwortung für den Prozess oblag dem CFO/COO, der in diesem Zusammenhang eine enge Verknüpfung mit den strategischen Prioritäten des Unternehmens sicherstellte.
Die Bewertungsmethode und -kriterien unserer DMA wurden gemäß den Anforderungen von ESRS 1 entwickelt und berücksichtigen sowohl die Wesentlichkeit der Auswirkungen als auch die finanzielle Wesentlichkeit. Dieser Ansatz erfüllt grundsätzlich auch die Anforderungen an die Wesentlichkeitsanalyse gemäß § 289c HGB. Bei unserer Bewertung der Wesentlichkeit der Auswirkungen wurden Umfang, Ausmaß, Unabänderlichkeit und Wahrscheinlichkeit positiver und negativer sowie tatsächlicher beziehungsweise potenzieller Auswirkungen berücksichtigt. Für menschenrechtsbezogene Auswirkungen hatte die Beurteilung entsprechender Schweregrade Vorrang vor der Wahrscheinlichkeit. Im Rahmen unserer finanziellen Wesentlichkeitsanalyse bewerteten wir die finanzielle Wesentlichkeit von ESG-Risiken und -Chancen, ihre Wahrscheinlichkeit sowie die Art der finanziellen Auswirkungen. Durch eine enge Zusammenarbeit und ständigen Austausch zwischen allen Beteiligten hat HUGO BOSS sichergestellt, dass etwaige Zusammenhänge zwischen den Auswirkungen und Abhängigkeiten und den Risiken und Chancen, die sich aus diesen Auswirkungen und Abhängigkeiten ergeben können, berücksichtigt werden. Der Prozess zur Identifizierung wesentlicher IROs folgte einem einheitlichen Ansatz für alle ESG-Themen, indem er systematisch spezifische Aktivitäten, Geschäftsbeziehungen, geografische Gegebenheiten und weitere Faktoren berücksichtigte, die ein erhöhtes Risiko negativer Auswirkungen bergen, und dabei gleichzeitig die spezifischen Merkmale unserer Wertschöpfungskette sowie unserer wichtigsten Geschäftsaktivitäten, Vermögenswerte, Standorte und Regionen einbezog.
Wesentlichkeit der Auswirkungen („Inside-Out“-Perspektive)
Die Bewertung der Wesentlichkeit unserer ESG-Auswirkungen, die von Investor Relations in enger Zusammenarbeit mit Corporate Sustainability sowie Risk Management and Internal Controls durchgeführt wurde, begann mit der Entwicklung eines umfassenden Katalogs von ESG-Auswirkungen. Aufbauend auf unserer bisherigen, nach GRI-Standards durchgeführten Wesentlichkeitsanalyse diente dieser Katalog als Grundlage für die Zuordnung bestehender Auswirkungen zur ESRS-Methodik. Zur Gewährleistung einer gründlichen Bewertung erweiterte HUGO BOSS den Katalog durch zusätzliche Sekundärforschung und stützte sich dabei auf Rahmenwerke wie die Standards des Sustainability Accounting Standards Board (SASB) für die Textil- und Bekleidungsindustrie. Die Bewertung umfasste tatsächliche und potenzielle Auswirkungen auf die Umwelt sowie auf die Menschen in der Wertschöpfungskette, von unseren eigenen Aktivitäten bis hin zu vor- und nachgelagerten Stufen. Die entsprechenden Beschreibungen der Auswirkungen wurden durch Sekundärforschung sowie interne Experteneinschätzungen ergänzt.
Bei der Bewertung der Wesentlichkeit sämtlicher identifizierter positiver und negativer Auswirkungen verfolgte HUGO BOSS einen systematischen Ansatz, wobei die ESRS-Kriterien als Grundlage dienten, um Klarheit und Konsistenz im Bewertungsprozess zu gewährleisten. In Übereinstimmung mit den EFRAG-Leitlinien wurde die Bewertung auf Bruttobasis durchgeführt, wodurch die Auswirkungen implementierter Minderungsmaßnahmen ausgeschlossen wurden. Zur Bestimmung der Wesentlichkeit aller identifizierten Auswirkungen bewertete HUGO BOSS deren Schweregrad und Wahrscheinlichkeit und definierte einheitliche Schwellenwerte, wobei eine negative Auswirkung als wesentlich eingestuft wurde, wenn sie in die obere Hälfte der kombinierten Bewertungsskala fiel, und eine positive Auswirkung als wesentlich eingestuft wurde, wenn sie in das obere Viertel fiel. Zur Validierung und Sicherstellung der Richtigkeit und Vollständigkeit seiner Wesentlichkeitsbewertung der Auswirkungen zog HUGO BOSS sowohl interne Experten aus wichtigen Nachhaltigkeitsbereichen als auch externe ESG-Berater hinzu.
Finanzielle Wesentlichkeit („Outside-In“-Perspektive)
Die Bewertung der ESG-Risiken und -Chancen wurde von der Abteilung Risk Management and Internal Controls in enger Zusammenarbeit mit relevanten Geschäftsbereichen und zuständigen internen Risiko- und Chancenexperten durchgeführt. Zur Gewährleistung einer umfassenden Bewertung wurden strukturierte Interviews geführt, die wichtige Erkenntnisse und detaillierte Informationen lieferten. HUGO BOSS verfolgte einen systematischen Ansatz, um die Wesentlichkeit sämtlicher identifizierten ESG-Risiken und -Chancen zu bewerten, wobei die Analyse in Übereinstimmung mit den entsprechenden ESRS-Kriterien erfolgte, um Klarheit und Konsistenz im Bewertungsprozess zu gewährleisten. Die Bewertung begann mit der Festlegung eines Rahmenwerks sowie definierter Richtlinien für die Risiko- und Chancenbewertung, unter Anwendung der ESRS-Methodik.
Risk Management and Internal Controls analysierte sämtliche gesammelten Daten, einschließlich einer detaillierten Überprüfung kritischer Faktoren wie der Eintrittswahrscheinlichkeit und der potenziellen Folgen von Risiken für unser Unternehmen. Darüber hinaus wurde die finanzielle Wesentlichkeit aller auf qualitativer Basis identifizierten ESG-Risiken und -Chancen bewertet. Die in diesem Zusammenhang verwendeten Schwellenwerte für die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß entsprachen der Methodik, die HUGO BOSS bei seiner allgemeinen Risikobewertung anwendet, die im Risiko- und Chancenbericht dieses Geschäftsberichts dargestellt ist. Auf dieser Grundlage wurden diejenigen Risiken als wesentlich eingestuft, bei denen die kombinierte Einstufung von Wahrscheinlichkeit und Ausmaß entweder als hoch oder als kritisch bewertet wurde. Risiko- und Chancenbericht, Risiko- und Chancenmanagementsystem
In Übereinstimmung mit den EFRAG-Leitlinien wurde auch diese Bewertung auf Bruttobasis durchgeführt, wodurch der Einfluss implementierter Minderungsmaßnahmen ausgeschlossen wurde. Im Rahmen eines funktionsübergreifenden Austauschs haben wir zudem geprüft, inwieweit Korrelationen zwischen den identifizierten Auswirkungen und Abhängigkeiten und den Risiken und Chancen bestehen, die sich aus diesen Auswirkungen und Abhängigkeiten ergeben können. Diese Verknüpfung erfolgte durch eine systematische Zuordnung auf Ebene der einzelnen Auswirkungen, um sicherzustellen, dass jedes identifizierte ESG-Risiko und jede Chance den entsprechenden Auswirkungen zugeordnet wurde. Um die Richtigkeit und Vollständigkeit der finanziellen Wesentlichkeitsanalyse zu validieren und sicherzustellen, haben wir interne Experten aus wichtigen Nachhaltigkeitsbereichen sowie externe ESG-Berater hinzugezogen.
Im Rahmen des Prozesses wurde sichergestellt, dass der Prozess zur Identifizierung, Bewertung und Steuerung von ESG-Risiken in das übergeordnete Risikomanagementsystem integriert wurde und somit fortan zur Evaluierung des gesamten Risikoprofils sowie der Risikomanagementprozesse des Unternehmens genutzt werden kann. Ebenso wurden die Prozesse zur Identifizierung, Bewertung und Steuerung von ESG-Chancen eng in die bestehenden Managementprozesse eingebunden, um deren Potenzial künftig strategisch und operativ zu nutzen. Die Ergebnisse der ESG-Risiko- und Chancenbewertung wurden folglich in das bestehende Risikomanagementsystem des Unternehmens integriert, um den Risikomanagementprozess zu optimieren und gleichzeitig sicherzustellen, dass alle relevanten ESG-Aspekte auch in Zukunft systematisch analysiert werden können. Durch die systematische Bewertung des Gesamtrisikoprofils unseres Unternehmens soll eine effektivere Entscheidungsfindung ermöglicht werden.
DMA-Konsolidierung, -Validierung und -Überprüfung
Die Ergebnisse beider Bewertungen wurden entsprechend konsolidiert, gemeinsam von Investor Relations, Corporate Sustainability und Risk Management and Internal Controls überprüft und zur abschließenden Validierung mit allen am Bewertungsprozess beteiligten internen Stakeholdern sowie der zuständigen höheren Führungsebene geteilt. Das Ergebnis der DMA wurde sowohl in einer detaillierten Matrix als auch in einer Heatmap zusammengefasst. Die Ergebnisse wurden mit dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats geteilt, diskutiert und von beiden genehmigt.
Im Jahr 2025 wurde die DMA wie geplant überprüft. Im Sinne der Effizienz wurde die Überprüfung zentral durchgeführt und fokussierte sich auf die Validierung der fortdauernden Relevanz der Bewertung von 2024. Der Prozess stützte sich auf Peer-Benchmarking, eine finanzielle Bewertung und eine strategische Evaluierung und bestätigte die fortdauernde Gültigkeit unserer DMA mit nur geringfügigen Anpassungen. Ein zusätzliches Unterthema, „Management der Beziehungen zu Lieferanten“ (G1-2), einschließlich „Zahlungspraktiken“ (G1-6), wurde als wesentlich identifiziert, während die sonstigen Anpassungen keinen Einfluss auf das Gesamtergebnis hatten. HUGO BOSS beabsichtigt, seine DMA auch weiterhin jährlich zu überprüfen. In diesem Zusammenhang sind wir bestrebt, unseren DMA-Ansatz kontinuierlich weiterzuentwickeln, um eine fortlaufende Anpassung an sich weiterentwickelnde Best Practices und gesetzliche Anforderungen sicherzustellen.
Eine detaillierte Übersicht der im Rahmen unserer DMA als wesentlich eingestuften ESG-bezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen findet sich im Abschnitt „Wesentliche ESG-bezogene Auswirkungen, Risiken und Chancen“. Weitere Angaben zur zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung
Zuordnung der wesentlichen ESRS-Themen zu den fünf HGB-Aspekten
Die nachfolgende Struktur dieser zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung folgt der thematischen Gliederung des ESRS Set 1. Dementsprechend werden Umweltbelange, einschließlich der Angaben nach Artikel 8 der Verordnung (EU) 2020/852 (Taxonomie-Verordnung), im Abschnitt „Umwelt“ behandelt. Arbeitnehmerbelange werden unter „Soziales – Eigene Belegschaft“ und „Governance“ erörtert, während Sozialbelange insbesondere im Abschnitt „Soziales – Verbraucher und Endnutzer“ dargelegt werden. Das Thema Achtung der Menschenrechte wird in den Abschnitten „Soziales – Eigene Belegschaft“ und „Soziales – Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“ behandelt. Themen im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Korruption und Bestechung werden im Abschnitt „Governance“ erörtert, auch wenn diese im Rahmen der DMA als unwesentlich bewertet wurden.
Zur weiteren Erhöhung der Transparenz enthält diese Erklärung zudem ausgewählte zusätzliche ESG-Datenpunkte unterhalb der im Rahmen der DMA identifizierten Wesentlichkeitsschwelle. Diese Angaben dienen der zusätzlichen Transparenz zu Themen, die für externe Stakeholder von Interesse sein könnten, und werden im Abschnitt „Weitere Angaben zur zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung“ dargestellt. Weitere Angaben zur zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung