Geschäftsbericht 2025

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Prognose­bericht

2026 als Jahr der Refokussierung ebnet den Weg für langfristiges profitables Wachstum

Für 2026 Rückgang des währungsbereinigten Konzernumsatzes im mittleren bis hohen einstelligen Bereich erwartet

EBIT zwischen 300 Mio. EUR und 350 Mio. EUR für 2026 erwartet

Nachtrag

Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichts am 3. März 2026 konnte die Auswirkung einer möglichen weiteren Eskalation des Iran-Konflikts auf die globale Konjunktur und das Branchenwachstum im Jahr 2026 nicht mit hinreichender Sicherheit bestimmt werden. Während das weltweite Geschäft von HUGO BOSS zu diesem Zeitpunkt nicht spürbar beeinträchtigt war, ist grundsätzlich nicht auszuschließen, dass sich eine solche Eskalation wesentlich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens im Geschäftsjahr 2026 auswirkt.

Zwischen dem Ende des Geschäftsjahres 2025 und der Aufstellung dieses Berichts am 3. März 2026 gab es keine weiteren wesentlichen gesamtwirtschaftlichen, sozialpolitischen, branchenbezogenen oder unternehmensspezifischen Veränderungen, die sich nach den Erwartungen des Managements maßgeblich auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens auswirken könnten.

Ausblick

Der folgende Bericht gibt die Sichtweise des Managements von HUGO BOSS hinsichtlich des erwarteten Geschäftsverlaufs im Jahr 2026 wieder. Er beschreibt zudem die erwartete Entwicklung der maßgeblichen konjunkturellen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen. Dabei spiegelt er den Kenntnisstand des Managements zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichts wider. Die tatsächliche Entwicklung im Falle des Eintretens von Risiken und Chancen, wie im Risiko- und Chancenbericht dieses Geschäftsberichts beschrieben, kann jedoch grundsätzlich positiv wie negativ wesentlich von diesen Prognosen abweichen. HUGO BOSS übernimmt außerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Veröffentlichungs­vorschriften keine Verpflichtung, die in diesem Prognosebericht enthaltenen Aussagen zu aktualisieren. Risiko- und Chancenbericht

Konjunkturelle und branchenspezifische Entwicklungen können die operative und finanzwirtschaftliche Entwicklung von HUGO BOSS maßgeblich beeinflussen. Die im weiteren Verlauf dieses Kapitels getroffenen Aussagen zum erwarteten Geschäftsverlauf basieren folglich auf bestimmten Annahmen hinsichtlich der Entwicklung der Weltwirtschaft sowie der globalen Bekleidungsindustrie. Im Jahresverlauf wird der Konzern die Entwicklung dieser Rahmenbedingungen fortlaufend überwachen, um möglichst schnell und umfassend auf etwaige Veränderungen reagieren zu können.

Ausblick für die Weltwirtschaft

Im Jahr 2026 wird das globale Wachstum voraussichtlich verhalten bleiben, da die Weltwirtschaft weiterhin mit zahlreichen makroökonomischen und geopolitischen Herausforderungen konfrontiert ist. Vor allem die zunehmenden wirtschaftspolitischen Unsicherheiten, fortwährende geopolitische Spannungen sowie die anhaltenden Belastungen durch Zölle dürften die gesamtwirtschaftliche Aktivität dämpfen. Gleichzeitig wird erwartet, dass sich die Volkswirtschaften zunehmend an diese Rahmenbedingungen anpassen, während die Fiskalpolitik die wirtschaftliche Dynamik stützen und die weltweite Gesamtinflation ihren Abwärtstrend fortsetzen sollte. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert folglich für das Jahr 2026 ein globales Wirtschaftswachstum von unverändert 3,3 % (2025: 3,3 %) und damit ein Niveau, das weiterhin unter dem historischen Durchschnitt von 3,7 % der Jahre 2000 bis 2019 liegt.

Die Wachstumserwartungen unterscheiden sich regional deutlich. Für die Eurozone wird in 2026 aufgrund der anhaltenden diversen globalen Spannungen, die Europa betreffen, mit einem leichten Rückgang des Wachstums auf 1,3 % gerechnet (2025: 1,4 %). Für die US-Wirtschaft wird hingegen ein Wachstum von 2,4 % erwartet (2025: 2,1 %), gestützt durch fiskalpolitische Maßnahmen und einen niedrigeren Leitzins, während sich die Auswirkungen höherer Handelsbarrieren voraussichtlich schrittweise abschwächen. Für China wird erwartet, dass anhaltende Herausforderungen, insbesondere die Schwäche des Immobiliensektors und erhöhte Handelsbarrieren, weiterhin auf der Binnennachfrage lasten. Der IWF erwartet vor diesem Hintergrund eine Abschwächung des Wachstums auf 4,5 % (2025: 5,0 %).

Die mit diesen Annahmen verbundenen Risiken und Unsicherheiten bleiben im Jahr 2026 erhöht. Die geopolitischen Spannungen halten an, einschließlich der Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten, die weiterhin Risiken für Handelsrouten, Energiemärkte und die Rohstoffversorgung mit sich bringen. Zudem könnten die anhaltend hohe handelspolitische Unsicherheit, insbesondere im Zusammenhang mit Zöllen, sowie politisch sensible strategische Entscheidungen, wie etwa erneut aufflammende Debatten über die Kontrolle strategisch wichtiger Gebiete, die globale Handels- und Investitionstätigkeit sowie das Marktvertrauen zusätzlich belasten. Gleichzeitig bleibt die Konsumentenstimmung in vielen wichtigen Märkten fragil, da die privaten Haushalte weiterhin mit hoher Unsicherheit konfrontiert sind und mit Blick auf ihre frei verfügbaren Ausgaben entsprechend zurückhaltend agieren.

Branchenausblick

Die globale Bekleidungsindustrie erwartet ein weiteres herausforderndes Jahr, da die Konsumentenstimmung vor dem Hintergrund anhaltender makroökonomischer und geopolitischer Volatilität sowie regionaler Herausforderungen voraussichtlich verhalten bleibt. In einer im November 2025 veröffentlichten gemeinsamen Studie gehen The Business of Fashion und McKinsey & Company für die globale Bekleidungsbranche (ohne Berücksichtigung des Luxussegments) davon aus, dass das Umsatzwachstum erneut auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau zwischen 1 % und 3 % liegen wird (2025: 1,5 % bis 2,5 %) und damit im Wesentlichen eine Seitwärtsentwicklung widerspiegelt.

In Europa wird für die Branche (ohne Berücksichtigung des Luxussegments) im Jahr 2026 ein Wachstum von 1 % bis 2 % erwartet (2025: 1 % bis 2 %). Trotz der nachlassenden Inflation dürften anhaltende wirtschaftliche Unsicherheiten und geopolitische Risiken weiterhin auf dem Konsumenten­vertrauen lasten. In den USA bleibt der Konsum voraussichtlich durch das moderate BIP-Wachstum und die Unsicherheit hinsichtlich weiterer Zinssenkungen der US-Notenbank eingeschränkt. Steigende Preise bleiben auch weiterhin die größte Sorge der US-Verbraucher, wobei der Druck im Jahr 2026 angesichts des ersten vollen Jahres mit Zolleffekten weiter zunehmen dürfte. Vor diesem Hintergrund wird für die Branche (ohne Berücksichtigung des Luxussegments) ein verhaltenes Wachstum zwischen 1 % und 3 % erwartet (2025: 2 % bis 3 %). In China wird die Immobilien­marktkrise voraussichtlich weiterhin auf der wirtschaftlichen Entwicklung lasten, wobei das Wachstum der verfügbaren Einkommen unter dem Niveau des Vorjahres liegen dürfte. Infolgedessen sollte das Verbrauchervertrauen gedämpft und die Sparquoten erhöht bleiben. Für die Branche (ohne Berücksichtigung des Luxussegments) wird daher mit einer weiteren Abschwächung des Wachstums gerechnet, das 2026 zwischen 1 % und 3 % erwartet wird (2025: 2 % bis 3 %).

Ausblick für HUGO BOSS

Für HUGO BOSS wird das Geschäftsjahr 2026 eine entscheidende Rolle auf dem Weg zu langfristigem profitablem Wachstum spielen. Im Rahmen von CLAIM 5 TOUCHDOWN wird 2026 ein Jahr der gezielten Refokussierung der Marken und Vertriebskanäle sein, um BOSS und HUGO zu stärken und ihre langfristige Positionierung zu festigen. Dazu gehören ein selektiverer Vertriebsansatz – einschließlich gezielter Storeschließungen – zur Steigerung der Produktivität und Qualität der globalen Vertriebspräsenz des Unternehmens sowie ein fokussierteres und hochwertigeres Produktsortiment über alle Marken hinweg mit besonderem Schwerpunkt auf BOSS Womenswear und HUGO. Gleichzeitig strebt HUGO BOSS an, weiterhin robuste Free Cashflows zu generieren, um somit die Grundlage für zukünftige Aktienrenditen zu schaffen. Um dies zu erreichen, wird sich die Umsetzung zwischen 2026 und 2028 auf drei zentrale Bereiche konzentrieren: Marke, Vertrieb und Operations. Die Initiativen entlang dieser Prioritäten sollen die Effizienz und Kostendisziplin weiter steigern und gleichzeitig die Voraussetzungen für eine Rückkehr zu Umsatz- und Ergebniswachstum ab 2027 schaffen.

Mittel- bis langfristig strebt HUGO BOSS an, schneller als der Markt zu wachsen und eine EBIT-Marge von rund 12 % zu erzielen. Ergänzend zu diesem Ziel strebt das Unternehmen zwischen 2026 und 2028 einen durchschnittlichen jährlichen Free Cashflow von rund 300 Mio. EUR (ohne Berücksichtigung der Auswirkungen von IFRS 16) an, unterstützt durch ein striktes Management des kurzfristigen operativen Nettovermögens (Trade Net Working Capital, TNWC) und geringere Investitionen. Während die Free-Cashflow-Generierung im Jahr 2026 voraussichtlich unter diesem Durchschnitt liegen wird, was auf eine teilweise Vorverlegung der Cash-Generierung in das Geschäftsjahr 2025 zurückzuführen ist, bleibt das angestrebte Durchschnittsziel über den Dreijahreszeitraum hinweg weitgehend unverändert. Unter Einbeziehung von IFRS 16 entspricht dies einem angestrebten jährlichen Durchschnitt von rund 500 Mio. EUR (2025: 499 Mio. EUR). Insgesamt sollen diese Maßnahmen den finanziellen Rahmen des Unternehmens stärken und die Voraussetzungen für nachhaltiges, profitables Wachstum sowie mittel- bis langfristig attraktive Aktienrenditen schaffen. Konzernstrategie

Ausblick für das Geschäftsjahr 2026

 

 

Ergebnis 2025

 

Prognose 2026

Konzernumsatz

 

Rückgang um 1 % in Konzernwährung
auf 4.270 Mio. EUR

 

Rückgang im mittleren
bis hohen einstelligen
Prozentbereich (währungsbereinigt)1

Umsatzentwicklung nach Regionen

 

 

 

 

EMEA

 

Anstieg um 2 % in Konzernwährung
auf 2.664 Mio. EUR

 

Rückgang im mittleren
bis hohen einstelligen
Prozentbereich (währungsbereinigt)1

Amerika

 

Rückgang um 3 % in Konzernwährung
auf 993 Mio. EUR

 

Rückgang im mittleren
bis hohen einstelligen
Prozentbereich (währungsbereinigt)1

Asien/Pazifik

 

Rückgang um 8 % in Konzernwährung
auf 509 Mio. EUR

 

Rückgang im mittleren
bis hohen einstelligen
Prozentbereich (währungsbereinigt)1

Operatives Ergebnis (EBIT)

 

Anstieg um 8 %
auf 391 Mio. EUR

 

Rückgang auf einen Betrag
zwischen 300 Mio. EUR
und 350 Mio. EUR

Konzernergebnis

 

Anstieg um 16 %
auf 259 Mio. EUR

 

Rückgang weitgehend im Einklang mit EBIT

Kurzfristiges operatives Nettovermögen
im Verhältnis zum Umsatz

 

Anstieg um 40 Basispunkte
auf 20,0 %

 

In etwa 20 % des Konzernumsatzes

Investitionen

 

Rückgang um 32 %
auf 195 Mio. EUR
(4,6 % des Konzernumsatzes)

 

In etwa 4 % des Konzernumsatzes

1

Die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 erfolgt währungsbereinigt, d.h. unter Annahme konstanter Wechselkurse.

Vor dem Hintergrund der gezielten Refokussierung der Marken und Vertriebskanäle wird für 2026 ein währungsbereinigter Rückgang des Konzernumsatzes im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich erwartet (2025: 4.270 Mio. EUR), bevor ab 2027 eine Rückkehr zum Wachstum erfolgen soll. Diese bewusste Refokussierung umfasst einen selektiveren Vertriebsansatz, einschließlich gezielter Storeschließungen, die zu einer moderaten Nettoverringerung der Verkaufsfläche im stationären Einzelhandel führen, sowie gezielte Verbesserungen der Vertriebsqualität im stationären Großhandel und im digitalen Bereich. Parallel dazu wird das Produktsortiment markenübergreifend weiter gestrafft, insbesondere bei BOSS Womenswear und HUGO, um die Markenpositionierung zu schärfen und die Markenrelevanz zu stärken.

In diesem Zusammenhang wird für EMEA im Geschäftsjahr 2026 ein währungsbereinigter Umsatz­rückgang im mittleren bis hohen einstelligen Bereich erwartet, der auf gezielte Verbesserungen der Vertriebsqualität, vor allem im physischen und digitalen Großhandel, zurückzuführen ist. Auch in Amerika rechnet HUGO BOSS mit einem währungsbereinigten Umsatz­rückgang im mittleren bis hohen einstelligen Bereich, der hauptsächlich auf angestrebte Produktivitäts- und Qualitätsverbesserungen über alle Kontaktpunkte hinweg zurückzuführen ist. In Asien/Pazifik wird ebenfalls ein währungsbereinigter Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Bereich erwartet, der die Maßnahmen zur Aufwertung der Marke und der Vertriebskanäle im Einzelhandel, einschließlich selektiver Storeschließungen, sowie eine weiterhin zurückhaltende Einschätzung hinsichtlich der Erholung der chinesischen Verbrauchernachfrage widerspiegelt.

Entsprechend der erwarteten rückläufigen Umsatzentwicklung wird für 2026 ein EBIT zwischen 300 Mio. EUR und 350 Mio. EUR erwartet (2025: 391 Mio. EUR). Während angestrebte Verbesserungen der Bruttomarge und eine unverändert hohe Kostendisziplin die Ergebnisentwicklung positiv unterstützen sollten, wird angesichts geringerer Umsätze für 2026 mit einem relativen Anstieg der operativen Aufwendungen gerechnet. In diesem Zusammenhang dürfte die Bruttomarge von zusätzlichen Effizienz­steigerungen bei der Beschaffung, selektiven Preisanpassungen und einem höheren Durchverkauf zum vollen Preis profitieren. Das Konzernergebnis wird sich 2026 voraussichtlich weitgehend im Einklang mit dem EBIT entwickeln (2025: 259 Mio. EUR).

Für das Geschäftsjahr 2026 wird erwartet, dass sich das TNWC in etwa am oberen Ende des in CLAIM 5 TOUCHDOWN dargelegten mittelfristigen Zielkorridors von 18 % bis 20 % des Konzernumsatzes bewegen wird (2025: 20,0 %). In diesem Zusammenhang wird HUGO BOSS auch weiterhin einen starken Fokus auf ein diszipliniertes TNWC-Management legen, um die Auswirkungen des erwarteten Umsatzrückgangs weitgehend abzufedern. Nach umfangreichen Investitionen in Infrastruktur und Einzelhandel in den vergangenen Jahren wird sich das Investitionsniveau in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter normalisieren, wobei die Investitionsintensität im Jahr 2026 voraussichtlich am oberen Ende der mittelfristigen Zielspanne von 3 % bis 4 % des Konzernumsatzes liegen wird (2025: 4,6 %). Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit wird vor allem auf Instandhaltung und strategischen Prioritäten liegen, insbesondere in den Bereichen IT und Einzelhandel, wobei der Großteil der Investitionen auf die Corporate Units und das Segment EMEA entfallen dürfte.

Angesichts der robusten Finanzlage des Unternehmens, einschließlich der starken Free-Cashflow-Generierung und der soliden Bilanz, sowie des Vertrauens des Managements in die zukünftige Entwicklung von HUGO BOSS hat der Vorstand die Durchführung eines Aktienrück­kauf­programms beschlossen, um so weitere Wertsteigerung für die Aktionäre zu erzielen. Bis zum 31. Dezember 2027 plant HUGO BOSS den Rückkauf von Aktien im Wert von bis zu 200 Mio. EUR. Der Aktienrückkauf soll aus der fortgesetzten Free-Cashflow-Generierung des Unternehmens finanziert werden, wobei HUGO BOSS beabsichtigt, die zurückgekauften Aktien einzuziehen. Gleichzeitig ist HUGO BOSS weiterhin fest entschlossen, die finanzielle Flexibilität zu bewahren, die erforderlich ist, um seine Strategie konsequent umzusetzen, in zukünftiges Wachstum zu investieren und seine Bilanz in einem anhaltend volatilen Umfeld weiter zu stärken. Vor diesem Hintergrund und im Einklang mit einem konsequenten Kapitalallokations­ansatz beabsichtigen der Vorstand und der Aufsichtsrat, der Haupt­versammlung am 21. Mai 2026 vorzuschlagen, für das Geschäftsjahr 2025 lediglich die gesetzliche Mindestdividende von 0,04 EUR je Aktie auszuschütten (2024: 1,40 EUR).